Weihnachtsbasar für Kenia

Weihnachtsbasar für Kenia

Neues Schulprojekt hilft in den Slums von Nairobi

Mit ergreifenden Klängen des Andachtsjodlers, den Musiklehrer Leo Muckenthaler an der Orgel der Stadtpfarrkirche mit Bläserbegleitung intonierte, begann der Weihnachtsgottesdienst des letzten Schultages vor den Weihnachtsferien am Gymnasium Zwiesel. Ein nicht ganz perfekter Christbaum bildete das Motiv des Gottesdienstes und symbolisierte, dass Vieles in unserem Leben nicht perfekt, nicht ganz gerade und nicht der Norm entsprechend ist. Und deshalb – so verdeutlichten Pfarrer Heiko Hermann und Stadtpfarrer Carl Snethlage – ist die Botschaft von Weihachten auch und gerade heute so wichtig: Gott kommt zu uns in die unausgeleuchteten und unperfekten Seiten unseres Lebens, nimmt uns an und schenkt uns Frieden.

Engagement für neues Schulprojekt

Wie es bereits schöne Tradition geworden ist, galt auch dieser gemeinsame letzte Schultag dem Engagement der Gymnasiasten für ihr gemeinsames Schulprojekt: Auch hier soll ein Licht in die nicht privilegierten, nicht perfekten Regionen unsere Welt gebracht werden. Und dabei gibt es dieses Jahr eine Neuerung: Die Schulfamilie hat nach organisatorischen Problemen beschlossen, sich nunmehr dem Projekt „Hands of Care and Hope“ zu  widmen, einem Hilfsprojekt, das im lebensfeindlichen Umfeld der Slums von Nairobi etwa 1000 Kindern täglichen Schulunterricht und zwei warme Mahlzeiten bietet. Vermittelt wurde das Projekt durch „KiRiKi“, die regionale Hilfsgruppe Ehrenamtlicher im Bereich Kirchberg, Rinchnach und Kirchdorf.

Die Einnahmen aus dem jährlichen Weihnachtsbasar in Aula und Innenhof der Schule, der fröhlichen Abschlussveranstaltung des Kalenderjahres, gehen heuer nunmehr nach Kenia. Zudem hatte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus der Q13 eine Spendenaktion für das Hospiz in Niederalteich gestartet, die ebenfalls unterstützt wird.

Ein Fest in Gemeinschaft

Aula und Innenhof der Schule verwandelten sich dank der Organisation durch die SMV mit ihrer Leiterin StRin Bettina Graf in einen duft- und lichterfüllten Weihnachtsmarkt mit der leckeren Mischung aus dem anregenden Geruch gebrannter Mandeln (mit Tüten mit einem Überraschungseffekt!), Waffel- und Würstelduft sowie Musikklängen. Jede Klasse ließ sich dazu etwas Besonderes und Kreatives einfallen, so dass viele Stände eine leuchtende und helle Atmosphäre verbreiteten. Dabei überraschten die Schülerinnen und Schüler wie jedes Jahr mit zahlreichen einfallsreichen Aktionen: Von einem Stand mit wundervollen, selbst hergestellten Last-Minute-Geschenkideen wie Minikrippen, Lichterhäuschen oder Wärmebalsam bis hin zu einem innovativen „Woidstand“ mit Duftsäckchen aus der Natur und schönen Tannenzapfendekos. Die 5. Klasse bot im Sinne der Nachhaltigkeit leuchtende Kerzen hergestellt aus Wachsresten, dazwischen faszinierten kreative Filzarbeiten oder Perlensterne und Losstände brachten Spannung. Auch der Honig aus der schuleigenen Imkerei versüßte den Besuchern die Vorweihnachtszeit. Ganz mutige konnten Mysteryboxen erwerben, deren Inhalt eine besondere Weihnachts-Überraschung darstellte.

Punsch, und fairen Kaffee gab es in selbst mitgebrachte Tassen oder man konnte die wunderschön gestaltete Schultasse mit neuem Wolfslogo des Jahres 2025 erwerben.

„Knack die Nuss“ stellte schließlich eine koordinative Herausforderung dar und eine Fotowand sorgte für das Festhalten schöner Eindrücke vom bunten Weihnachtsmarkt.

Ein gemeinsames Ziel

Nach den schulischen Anstrengungen vor Weihnachten war dieser Tag eine gelungene Einstimmung für alle Schülerinnen und Schüler, Lehrer, Eltern und Besucher auf ein ruhiges und hoffentlich friedvolles Weihnachtsfest.

Und so konnte schließlich nach all den gemeinschaftlichen Aktionen am Ende dieses Tages die respektable Spendensumme von 5857,58 Euro erzielt werden, die dieses Jahr den Kindern in den Slums von Nairobi ein kleines Licht senden soll!

(Martina Kuchler)

Vom Gymnasium Zwiesel in die Virtual Reality

Vom Gymnasium Zwiesel in die Virtual Reality

Ein Insider der Computerwelten referiert vor Gymnasiasten

„Ich habe 1989 an dieser Schule mein Abitur gemacht und die Schulzeit war die wichtigste Zeit meines Lebens!“ – so begann Hans Ippisch, der aus Rinchnachmündt stammt und mittlerweile als eine der prägenden Figuren der deutschen Gaming-Industrie, als Unternehmer, Dozent und Berater tätig ist und an Universitäten in München in Rom lehrt, seinen Gastvortrag am Gymnasium Zwiesel. Mit seinem Buch „Drei Leben für Games“ war er auf der Frankfurter Buchmesse vertreten, ebenso auf der Games com – aber so meint er: „Ich dachte mir, gerade die Heimat wäre wichtig.“

Und so konnten Schülerinnen und Schüler der Klassen 11 – 13 des Gymnasiums Zwiesel einer faszinierenden Karriere lauschen die vom Spieleentwickler über die Chefredaktion großer Computermagazine bis zum CEO und Unternehmer reicht.

Von der Schule in die Welt

Hans Ippisch (*1970) begann seine Karriere 1986 als 16-jähriger Spieleentwickler und das, so betont er mehrfach, verdankt er der Initialzündung im Computerraum des Gymnasiums Zwiesel im Jahr 1984, als der damalige Oberstudienrat Erfried Weber seinen Schülern den Zugang zu den ersten CBM 3000 Computern ermöglichte – eine Faszination, die Hans Ippisch Zeit seines Lebens nicht mehr losließ.

Er vermittelte seinen Zuhörern einen Abriss über Games und ihre Geschichte, vom Durchbruch der Arcade-Games mit dem Spiel „Pong“ über die Pioniere von „Fortnite“ und „Counterstrike“ und amüsierte nicht zuletzt mit der Anekdote, dass er selbst 1987 das erste indizierte „Killer-Spiel“ programmiert habe: Dabei sieht man auf der Leinwand zwei Strichmännchen im Spiel „Soldier!“, die gegeneinander kämpfen – heute wirkt das unglaublich harmlos und fast kindlich!

Neueste Technologien

Ippisch informierte aber auch über neuesten Entwicklungen wie das „In-Car-VR-Entertainment“ bei der Audi-Ausgründung holoride, deren Principal Hans Ippisch ist und wo er als Visionär agiert.

Faszinierend erschienen zudem die Einblicke in die Business-Modelle der großen Player von „Angry Birds“ über „World of Warcraft“ oder „Minecraft“, deren Umsätze im zweistelligen Milliardenbereich liegen.

Impulse für die Schüler

Am Schluss seines Vortrages aber blickte Hans Ippisch in einer kurzen Lesung aus seinem Buch mit dem Kapitel „Der Computerraum und Weihnachten“ noch einmal zurück in seine Schulzeit am Gymnasium Zwiesel, als ihm der damalige Direktor Dr. Schlumprecht als 16Jährigem die Erlaubnis gab, für mehrere Tage nach Gütersloh zu reisen, um bei „Rainbow Arts“ an der Fertigstellung seines ersten, selbst programmierten Computerspiels mitzuwirken.

Die Lehrer am Gymnasium hätten – so Ippisch – Weitblick bewiesen und wichtige Impulse an ihre Schüler gegeben. Und auch er selbst hatte noch einen wichtigen Impuls für seine jungen Zuhörer: Sie sollten lernen, die Künstliche Intelligenz als wichtiges Werkzeug zu benutzen, daneben aber müssten sie sicher verschiedene Materien beherrschen und selbst kreativ und wissensdurstig sein!

„Leidenschaft für den Beruf oder ein Hobby ist das Wichtigste – ebenso wie Offenheit für neue Ideen!“ – und mit diesem Ratschlag verabschiedete sich der Technologie-Visionär unter großem Applaus von seinen Zuhörern.

(Martina Kuchler)

Vorweihnachtliche Stimmung im Sinne der Inklusion

Vorweihnachtliche Stimmung im Sinne der Inklusion

P-Seminar Musik besucht Dr.-Loewsche Einrichtung in Zwiesel

Vier Schülerinnen des P-Seminars Musik am Gymnasium Zwiesel sorgten im Dezember mit einem besonderen Besuch in der Dr.-Loew – Einrichtung in Zwiesel für vorweihnachtliche Stimmung.

Mit besinnlichen Liedern brachten sie musikalische Freude in den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner. Gemeinsam wurde gesungen, gelacht und die festliche Atmosphäre genossen. Die Musik schuf dabei eine herzliche Verbindung zwischen den Musikerinnen und den Menschen vor Ort.

Neben der Musik bot sich den Schülerinnen auch die Gelegenheit, die Einrichtung näher kennenzulernen. Bei einer Führung durch das Gebäude erhielten sie Einblicke in die tägliche Arbeit der Mitarbeitenden sowie in die verschiedenen Aufgabenbereiche der sozialen Einrichtung. Der Besuch bot somit nicht nur musikalische Erlebnisse, sondern auch wertvolle Eindrücke in die soziale Arbeit. Zum Abschluss des gelungenen Nachmittags kamen alle bei Punsch und Keksen zusammen und ließen den Besuch in gemütlicher Runde ausklingen.

(Franziska Mader)

Nikolaustag bringt hohen Besuch

Nikolaustag bringt hohen Besuch

Heilige Abordnung erreicht Gymnasium Zwiesel

Zarte Schneeflocken zeigten sich am 05. Dezember über dem Waldland und so konnte durch verschneite Wälder und überzuckerte Wiesen eine große Abordnung aus Myra mit ihrem Schlitten bis in den Bayerwald vordringen. Die himmlische Reisegruppe erreichte pünktlich zum Nikolaustag das Gymnasium Zwiesel, so dass Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Verwaltung die schöne alte Legende um den heiligen Bischof aus Myra in lebendiger Formerleben druften.

Mit goldenem Buch und geheimen Nachrichten

Gemäß seiner Würde ausgestattet mit Bischofsmütze, Krummstab und goldenem Buch schritt der freundliche Heilige in einem Marathon durch alle Klassen, um sein himmlisches Wissen aus seinen geheimen Aufzeichnungen zu offenbaren: So erhielten zahlreiche Schülerinnen und Schüler motivierendes Lob und wurden in ihrem Verhalten bestärkt, einige aber bekamen die Rute der drei rauen Krampus-Gesellen zu spüren, die den heiligen Mann begleiteten. Nach eingehenden Recherchen vermutet man, dass der Hl. Nikolaus all die internen Informationen wohl aus der KI bezieht!

Mit Apfel, Zimt und fairem Süßem

Doch zwei lächelnde und weißstrahlende Engel sowie ein sanfter Knecht Ruprecht trösteten mit süßen kleinen Schokonikoläusen, die auch eine echte Mitra trugen – selbstverständlich aus fairem Handel, wofür die heilige Abordnung extra noch einen Abstecher zum FAIR Weltladen Zwiesel gemacht hatte.

Ein großer Dank der Schulfamilie geht an die Mitglieder der Schülermitverantwortung, die diese Aktion wie jedes Jahr so gut vorbereitet, perfekt durchgeführt und damit ein wenig vorweihnachtlichen Glanz und schöne alte Tradition ins Schulgebäude gezaubert haben!

(Martina Kuchler)

Gymnasium Zwiesel schlägt Brücken

Gymnasium Zwiesel schlägt Brücken

Herausforderung Leseförderung im digitalen Zeitalter

YouTube, Tikok und Instagram sind die Medien, die Kinder schon im jungen Alter in ihrem Alltag begleiten. Aber die negativen Auswirkungen zeigen sich immer mehr in den Ergebnissen von Bildungstudien, die feststellen, dass die Lesekompetenz der Kinder und Jugendlichen immer mehr abnimmt. Am Gymnasium Zwiesel macht man sich schon lange darüber Gedanken, wie man dieser Entwicklung entgegenwirken kann, und nun hat man beschlossen, bewährte Maßnahmen zur Leseförderung mit innovativen Ideen zu verknüpfen, um die Lesebegeisterung wieder neu zu entfachen.

 Wie jedes Jahr fand zu Beginn der Vorweihnachtszeit der Vorlesewettbewerb statt, an dem sich alle Sechstklässler beteiligten. Wochenlang wurde in Pausen und vor Eltern, Geschwistern und Haustieren das Lesen geübt, um einen Ausschnitt aus einem Jugendbuch nicht nur möglichst fehlerlos, sondern auch fesselnd vor Publikum vorzutragen. In der ersten Runde konnten sich Katharina Müller (6a), Niklas Gürster (6b), Benedikt Süß (6c) und Eliska Radovska (6d) gegen die Klassenkameraden durchsetzen. Im Finale der Klassensieger, das letzte Woche vor märchenhafter Kulisse im Theaterraum der Schule stattfand, wurde letztlich Katharina Müller zur besten Vorleserin gekürt. Sie konnte sich mit Ihrer Interpretation aus „Fabelheim“ von Brandon Mull knapp gegen ihre Mitbewerber aus den Parallelklassen durchsetzen und wird in der nächsten Runde des Wettbewerbs gegen die Sieger der anderen Schulen des Landkreises antreten.

 Der schulinterne Wettbewerb ist allerdings nur der Auftakt der vorweihnachtlichen Vorlesezeit am Gymnasium. Denn in den Wochen vor Weihnachten strömen die Kinder der Unterstufe immer in der großen Pause in den Meditationsraum, wo ihnen Adventsgeschichten vorgelesen werden. Jeden Tag ist es dabei eine kleine Überraschung, welcher Lehrer welche Geschichte vorträgt – quasi ein literarischer Überraschungs-Adventskalender. 

 In den Jahren zuvor fand das traditionelle Adventslesen noch in der Bibliothek statt, doch hier wird im Moment umgeräumt, um den Ort in einen offenen und hellen Lese- und Lernraum zu verwandeln. Viele Regale mussten weichen und alte Schmöker, die jahrelang niemand mehr in die Hand genommen hatte, wurden aussortiert, um Platz zu schaffen für das neue Konzept, bei dem es nicht mehr nur darum geht, möglichst viele Bücher aufzubewahren. Frau OstRin Silvia Kern, die Leiterin der Bibliothek, erklärt: „Dieser Raum soll ein gemütlicher Rückzugsort werden, an dem man nicht nur still lesen, sondern auch gemeinsam lernen und sich wohlfühlen kann.“ Bei dieser Mammutaufgabe helfen bei Gelegenheit auch die engagierten Schüler des Wahlkurses Schulbibliothek mit, und so manches Buch, das aussortiert wird, findet doch noch einen neuen Besitzer. Andere Wälzer werden von den Oberstufenschülern in ihren Kunstkursen ganz nachhaltig zu Kunstobjekt oder stilvollen Collagen „upgecycelt“, und sind in der neuen Studienbibliothek als Deko zu bewundern.

 Weniger Bücher in Print heißt aber nicht automatisch weniger Lesestoff. Vielmehr steht den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums seit Beginn des neuen Schuljahrs ein besonders attraktives digitales Angebot zu Verfügung: der Zugang zur e-Bibliothek „Onleihe“, einer Plattform für eBooks, Hörbücher, Zeitschriften und Tageszeitungen, die rund um die Uhr per App oder am Computer ausgeliehen werden können. Ermöglicht werden konnte diese Anschaffung in Kooperation mit der Stadtbücherei Zwiesel. Neben unterrichtlichen Zwecken soll der nahezu unerschöpfliche Fundus der in der Onleihe erhältlichen Bücher jedoch vor allem der Förderung der Freude am Lesen dienen. Dazu Frau Kern, die mit ihren Kollegen die Onleihe in den Klassen eingeführt hat: „Ob Sachbücher, fremdsprachige Zeitschriften oder schöne Literatur – einfach stöbern, ausleihen und loslesen!“

(Silvia Kern und Silke Vacek)

Leben in Würde bis zuletzt!

Leben in Würde bis zuletzt!

Ehrenamtliche Hospizbegleiterin Heidemarie Horenburg zu Gast am Gymnasium Zwiesel

Seit über 20 Jahren widmet sich die ehemalige Schulrätin Heidemarie Horenburg einem ganz besonderen Dienst der Nächstenliebe: Sie begleitet schwerkranke Menschen auf ihrem letzten und schwersten Weg: auf dem Weg bis zum Tod. An vielen dieser wertvollen und berührenden Erfahrungen, die sie dabei gemacht hat, ließ sie die Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangstufe des Gymnasium Zwiesel nun teilhaben.

Die Hintergründe der Hospizbewegung

Dass Frau Horenburg ihr Ehrenamt mit absoluter Passion und sehr viel Herzblut ausübt, erahnten die Zehntklässler schon zu Beginn, als sie sich vorstellte. Sie war selbst über 40 Jahre im Lehrberuf tätig, es fiel ihr also keinesfalls schwer, mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen. Zunächst machte die Referentin ihre Zuhörer allerdings mit den Hintergründen der Hospizbewegung vertraut. Dazu erwähnte sie markante Persönlichkeiten wie Cicely Saunders, eine englische Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin, die als Begründerin sowohl der modernen Hospizbewegung als auch als Pionierin der Palliativmedizin gilt. Ihr war es wichtig, sterbenskranke Patienten auf ihrem letzten Weg nicht einfach abzuschieben, sondern sie gerade in dieser letzten Zeit liebevoll zu begleiten und ihnen den Weg zum Tod so angenehm wie möglich zu gestalten. Fasziniert von dieser Idee hatte sich auch Heidemarie Horenburg dazu entschieden, ihre Freizeit und ihr Engagement Menschen zu widmen, die ihren Sterbeweg nicht alleine beschreiten können oder wollen.

Ambulante und stationäre Hospizarbeit

Frau Horenburg erklärte den ZehntklässlerInnen im Anschluss daran, welche Arten von Hospizarbeit existieren. So gibt es zum einen die stationären Hospize, die man sich wie sehr kleine Krankenhäuser vorstellen kann, deren Ziel es jedoch nicht ist, Patienten zu heilen, sondern deren Schmerzen zu lindern. Dies ist das Anliegen der Palliativmedizin und kommt dann zum Tragen, wenn Menschen eine Diagnose erhalten haben, für die es keine Heilung mehr gibt. Das nächstgelegene stationäre Hospiz befindet sich in Niederalteich.

Heidemarie Horenburg selbst arbeitet seit über 20 Jahren im Bereich der ambulanten Hospizarbeit und unterstützt dabei den Hospizverein Arberland e.V. Hier arbeiten festangestellte Koordinatorinnen und etwa 80 ausgebildete ehrenamtliche Hospizbegleiter.

Berührende Erfahrungen bei der Sterbebegleitung

Die Zuhörer folgten Heidemarie Horenburg sehr interessiert und machten auch weiterführende Einwände. Frau Horenburg ging darauf ein, wie eine Sterbebegleitung zustande kommt, welche Gründe es gibt, dass sich Sterbende oder Angehörige an den Hospizverein Arberland e.V. wenden oder wie eine Begleitung dann konkret gestaltet wird. So verdeutlichte sie, dass eine Hospizbegleitung immer sehr individuell gestaltet ist und sich stets an den Bedürfnissen des Sterbenden, aber auch des Begleitenden orientiert. So sei für einen Hospizbegleiter beispielsweise sehr wichtig, welchen Beruf oder welche Hobbys der zu Begleitende gehabt habe, um Anknüpfungspunkte zu finden, über die man positive Erinnerungen hervorrufen könne.
Besonders als Heidemarie Horenburg dann anschauliche Beispiele aus ihrer tagtäglichen Arbeit erzählte und betonte, wie wertvoll und wichtig das Zuhören und Da-Sein und auch sanfte Berührungen für die Menschen seien, herrschte im Klassenzimmer eine berührte Stille. Menschen haben das Recht, gehört zu werden, gesehen zu werden und zu erfahren: „Du bist nicht allein!“ – und daher ist es das wichtige und wertvolle Anliegen der Hospizbegleiter, Menschen ihren letzten Weg so angstfrei und angenehm wie möglich zu gestalten. Und dazu trägt nicht unwesentlich auch der „Hospizhund“ von Frau Horenburg bei, der sanft sein Schnäuzchen auf den Patienten legt!

Und ganz oft werden auch noch „Herzenswünsche“ der Patienten erfüllt: Anschaulich und berührend erzählte Heidemarie Horenburg von solchen erfüllten Wünschen sterbenskranker Menschen: noch einmal die Heimat Hamburg zu sehen, eine Oper zu besuchen, in einem Cafe zu sitzen oder alte Freundinnen zu besuchen!

Die Schulleitung des Gymnasiums Zwiesel bedankt sich ganz herzlich bei Heidemarie Horenburg, dass sie das Thema Hospiz so anschaulich und lebensnah mit den Schülerinnen und Schülern der zehnten Jahrgangsstufe geteilt hat.

(Martina Kuchler)

Weihnachtsvorfreuden

Weihnachtsvorfreuden

Cooler Mitschüler begrüßt

Pünktlich vor dem ersten Advent zeigen sich auch am Gymnasium Zwiesel leise Vorboten der nahenden Weihnachtszeit: So konnte überraschenderweise Anfang dieser Woche ein sehr entspannter und cooler neuer Mitschüler im Innenhof begrüßt werden: Schüler der 11 c bemühten sich sehr um den Neuzugang und statteten ihn, mangels wetterfester Kleidung und aufgrund abgefrorener Nase, mit Ersatz aus dem Angebot der Mensa und aus Utensilien des Hausmeisters aus.

Nunmehr scheint er sich recht wohl zu fühlen, während auch im Inneren des Schulhauses der Christbaum leuchtet und die Gruppe der jungen Mitglieder der „Schriftstellerwerkstatt“ wieder anheimelnde Adventsfester mit Zitaten großer Dichter und Schülerversen zur „staaden“ Zeit gestaltet hat. Die Schulfamilie freut sich nunmehr auf die Wochen vor Weihnachten mit zahlreichen Aktionen wie dem Adventslesen, Weihnachtskonzert und Weihnachtsbasar.

(Martina Kuchler)

Mädchen erkunden die TUM

Mädchen erkunden die TUM

GirlsLAB@TUM –Tüfteltag mit Einblicken ins Campusleben

Vier Schülerinnen des Gymnasiums Zwiesel aus den Jahrgangsstufen 10 und 11 machten sich am Montag, den 17.11.2025, in Begleitung von StRin Angela Jakob auf eine ganz besondere Reise: Auf Einladung der TU München durften sie zwei Tage lang deren Campus und die Welt der Naturwissenschaften erkunden. Nach fünfstündiger Fahrt in die Hauptstadt kam man im Hotel Augustin an der Theresienwiese an und freute sich auf die Auftaktveranstaltung im Vorhoelzer Forum.

Erstes Kennenlernen

Auf dem Hauptgelände der Technischen Universität in der Arcisstraße lernten die Schülerinnen die Mädchen der sechs anderen Partnerschulen der TUM und die verantwortlichen Dozentinnen kennen. Nach verschiedenen Vorstellungsrunden und ersten kleineren zu lösenden Aufgaben genossen alle den Ausblick auf die Landeshauptstadt bei Nacht. Zum Abschluss des Tages stärkten sich die jungen „Studentinnen“ mit Leckereien in einem vietnamesischen Restaurant.

Staunen über den Campus

Nach einer sehr angenehmen Nacht in einem perfekt ausgestatteten Hotel ging es zum Forschungszentrum der TUM nach Garching. Vor Ort gab eine Physik-Studentin eine Führung auf dem riesengroßen Campus. Besucht wurden das Gebäude der Fakultät für Maschinenwesen, auf dem Weg dorthin konnten die jungen Frauen die Gebäude der Fakultät für Chemie, die Mensa, den TUM eigenen Kindergarten, den Forschungsreaktor und noch viel mehr entdecken und erhielten damit einen groben Überblick über das Campusgelände. Die Studentin beantwortete auch zahlreiche Fragen rund ums Studieren und gab Einblicke in den Alltag einer Studentin.

Einblicke in die höhere Wissenschaft

Ein großes Highlight der Führung war eine parabelförmige Rutsche in der Mathematik- und Informatikfakultät. Ganz frech öffnete Frau Jakob eine Hörsaaltür im Mathegebäude zu einer Vorlesung Mathematik. Sehr leise konnten die Schülerinnen so einen kurzen Blick in einen der großen Hörsäle erhaschen und einer Vorlesung in höherer Mathematik zuhören. Beeindruckend war das folgende gemeinsame Mittagessen in der Mensa mit unzähligen Studierenden.

Projekt Kettenreaktion

Am Nachmittag wurden die Schülerinnen in getrennte Gruppen eingeteilt, in denen sie ein gemeinsames Projekt ohne die Lehrkräfte in Angriff nahmen:

Eine von Rube Goldbergs inspirierte Maschine nachzubauen und mechanische Kettenreaktion zu kreieren. Dazu standen verschiedenste Materialien wie Lego, Kugeln, Kugelbahnschienen, Dominosteine, Holzleisten, -platten, -stäbchen, Bauklötze etc. zur Verfügung, die kreativ genutzt werden konnten. Die Schwierigkeit daran war zum einen, dass jede Gruppe eine gelungene Kettenreaktion basteln musste, zum anderen, dass zwingend Absprachen mit der vorher agierenden Gruppe und mit der nachfolgenden Gruppe notwendig waren, damit die Kettenreaktion bei den Übergängen zwischen den Gruppen nicht zum Stoppen kam.

Faszinierender Einblick in die Wissenschaftswelt

Final wurde diese Kettenreaktion zunächst ausprobiert, nochmals verfeinert und schließlich den Lehrkräften vorgeführt. Nach der gelungenen Projektpräsentation konnten Frau Jakob und die Schülerinnen die Heimreise antreten und waren sich einig, dass diese zwei Tage eine große Bereicherung und einen faszinierenden Einblick in die Welt der Wissenschaft darstellten.  

(Text: Ida Lilienthal 10A, Annalena Wallner 10B, Maria Senninger 11A, Laurine Altenburger 11A)

Blaupause für die Zukunft

Blaupause für die Zukunft

P-Seminar Wirtschaft und Recht analysiert die Jobmesse Deggendorf

Für das P-Seminar Wirtschaft und Recht des Gymnasiums Zwiesel war der Besuch der Jobmesse im Schulzentrum Deggendorf am 15. November 2025 ein Pflichttermin mit doppeltem Nutzen. Im Zentrum der Exkursion stand nicht nur die eigene Berufsorientierung, sondern vor allem die intensive Analyse der Veranstaltung als „Best-Practice-Beispiel“ für das eigene Schulprojekt: die Organisation eines Berufswahltages an der Heimatschule am 19. März 2026.

Unter der Leitung von StRin Lena Fischl agierten die Schülerinnen und Schüler als verdeckte Organisatoren. Ausgestattet mit Checklisten und Notizblöcken richteten sie ihr Augenmerk weniger auf Broschüren, sondern auf die Struktur, die Logistik und das Engagement der Aussteller.

Scouting statt nur Schauen

Die Seminarteilnehmer beleuchteten die Veranstaltung aus einer professionellen Perspektive. Sie analysierten den Besucherstrom, evaluierten die Standkonzepte der Unternehmen und protokollierten, welche Interaktionsformen – von Vorträgen bis hin zu praktischen Vorführungen – bei den Besuchern am besten ankamen.

Orientierung im Doppelpack

Obwohl die organisatorische Planung im Vordergrund stand, kam auch der persönliche Mehrwert nicht zu kurz. Während sie Kontakt zu Personalverantwortlichen knüpften, um sich Tipps für die Ausstellerakquise zu holen, nutzten die Jugendlichen gleichzeitig die Gelegenheit für den direkten Austausch über ihre eigenen Studien- und Berufswünsche. Dieser pragmatische, projektorientierte Ansatz ermöglichte es den Schülern, ihre eigene Berufswegeplanung direkt mit den Anforderungen der Wirtschaftswelt abzugleichen.

Der Besuch der Jobmesse Deggendorf war somit ein essenzieller Schritt in der Konzeptphase des P-Seminars. Die gesammelten Eindrücke und detaillierten Analysen dienen nun als solide Grundlage für die Planung des eigenen Berufswahltages, der in den kommenden Monaten an der Schule umgesetzt werden soll. Die Teilnehmer sind sich einig: Die Rolle als Beobachter und zukünftige Organisatoren hat den Blick auf die Komplexität solcher Veranstaltungen nachhaltig geschärft.

(Lena Fischl)

MINT erleben und entdecken

MINT erleben und entdecken

Als eine von nur acht Partnerschulen in ganz Bayern kam das Gymnasium Zwiesel in diesem Schuljahr bereits zum 3. Mal in den Genuss, am Projekt “MINT-Impulse in der Schule” der „TUM-Entdeckerinnen“ der Technischen Universität München teilzunehmen.

Am Donnerstag vor den Allerheiligenferien fand der TUM Entdeckerinnen Tag statt, ein inspirierendes Event, das den Schülerinnen der 10. Klassen des Gymnasiums die Welt der MINT-Fächer näherbrachte. Mit einem riesigen Aufgebot an Experimentierkisten besucht die TU München regelmäßig verschiedene Schulen, so dass die Schülerinnen in eintägigen Projekten tüfteln können und so tiefere Einblicke in wissenschaftliche Themen aus den MINT-Bereichen erhalten. Im Rahmen des Aktionstages am Gymnasium Zwiesel, konnten sich die 30 Mädchen der 10. Jahrgangsstufe für jeweils eines von drei zur Verfügung stehenden Workshops entscheiden, ihr Wissen erweitern und ihre praktischen Fähigkeiten austesten.

Mit Tachymeter und Laserscanner

Im Workshop „Ganz schön vermessen – Ingenieurgeodäsie“ erhielten die Teilnehmerinnen einen theoretischen Input rund um verschiedene Messtechniken. Sie schätzten die Größe ihrer Lehrer und verglichen ihren Schätzwert mit dem mit Meterstab gemessen Werten. Dabei konnten es die Schülerinnen kaum glauben, dass ihr Physik-Lehrer tatsächlich 1,96 Meter groß ist. Anschließend wurde der Pausenhof mit professionellen Geräten wie dem Tachymeter und dem Laserscanner vermessen und eine maßstabsgetreue Planskizze angefertigt. Die Schülerinnen durften anschließend mithilfe der betreuenden Geodätinnen auf dem Plan den „Pausenhof der Zukunft“ gestalten.

Mit springenden Massen zum Flummi

Der zweite Workshop aus dem Fachbereich Chemie „Kunststoffe, Schaumberge und springende Massen – Makromolekulare Chemie“, war ein kreatives Highlight. Hier experimentierten die Mädchen mit verschiedenen Möglichkeiten, Kunststoffe herzustellen, überprüften, ob das auch mit nachwachsenden Rohstoffen gelingt und welche Eigenschaften diese Polymere dann haben. Präzision beim Abmessen der Chemikalien und Sauberkeit am Arbeitsplatz waren dabei unerlässlich, um ein erfolgreiches Ergebnis zu erzielen und einen funktionierenden Flummi in Wunschfarbe mit nachhause nehmen zu können.

Mit Programmieren zum Zahnbürstenroboter

Im dritten Workshop „Sensortechnik – Messgeräte der Medizin“ probierten die Mädchen am eigenen Körper verschiedene medizinische Messgeräte aus und schauten sich die Technik dahinter an. Dabei lernten die Nachwuchs-Ingenieurinnen, wie man einen Pulsmesser baut. Dazu verkabelten sie Schaltungen, programmierten am PC unter Anleitung ihrer Mentorinnen und konnten dann ihren eigenen Puls messen. Zudem konstruierten die Nachwuchs-Tüftlerinnen einen Mini-Zahnbürstenroboter.

Mit Selbstvertrauen in die Naturwissenschaften

Durch diesen Aktionstag sollen die Schülerinnen dabei unterstützt werden, einen neuen Blick auf die eigenen Fähigkeiten in den MINT-Bereichen zu entdecken, zu erproben und weiterzuentwickeln. So kann das Selbstvertrauen der Mädchen in diese Fähigkeiten gestärkt werden und vielleicht auch die ein oder andere berufliche Orientierung in diese Richtung gelenkt werden.

Ein anderer wichtiger Punkt ist das Aufbrechen von Stereotypen. Die Schülerinnen lernen in ihren Projektleiterinnen junge Frauen kennen, die Studiengänge und Berufe aus Fachgebieten gewählt haben, die oft männlich attribuiert sind. Die Mädchen konnten sich ohne Leistungsdruck in Bereichen ausprobieren, mit denen sie selbst, zum Beispiel aufgrund herkömmlicher Sozialisation oder überkritischer Selbstbeurteilung, vielleicht nicht in Berührung gekommen wären.

Damit das Projekt auch nachhaltig Wirkung zeigt, gibt es für die Schülerinnen vielfältige Anschlussangebote, um sich weiter im MINT-Bereich auszuprobieren und dabei tiefer in bestimmte Themen und Bereiche einzutauchen. Im vergangenen Jahr haben dies schon einige Schülerinnen des Gymnasiums begeistert genutzt.

Tüfteln für Jungs im TFK-Technikhaus 

Die Jungen der 10. Jahrgangsstufe besuchten an diesem Tag das TFK-Technikhaus der Technischen Hochschule Deggendorf im Gewerbegebiet Metten. Unter fachkundiger Anleitung konstruierten und bastelten die jungen Männer ihren eigenen elektronischen Getränkespender, mit dem sich auf Knopfdruck ein Getränk nach Wahl in ein Glas abfüllen lässt. Auch hier waren Geschick und Ausdauer gefragt, um ein funktionierendes Gerät mit nachhause nehmen zu können. Vielleicht hat auch bei dieser Aktion der ein oder andere sein Talent und seine Begeisterung für das Handwerken entdeckt.

(Kerstin Bredl)

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