Neues Schulprojekt hilft in den Slums von Nairobi
Mit ergreifenden Klängen des Andachtsjodlers, den Musiklehrer Leo Muckenthaler an der Orgel der Stadtpfarrkirche mit Bläserbegleitung intonierte, begann der Weihnachtsgottesdienst des letzten Schultages vor den Weihnachtsferien am Gymnasium Zwiesel. Ein nicht ganz perfekter Christbaum bildete das Motiv des Gottesdienstes und symbolisierte, dass Vieles in unserem Leben nicht perfekt, nicht ganz gerade und nicht der Norm entsprechend ist. Und deshalb – so verdeutlichten Pfarrer Heiko Hermann und Stadtpfarrer Carl Snethlage – ist die Botschaft von Weihachten auch und gerade heute so wichtig: Gott kommt zu uns in die unausgeleuchteten und unperfekten Seiten unseres Lebens, nimmt uns an und schenkt uns Frieden.
Engagement für neues Schulprojekt
Wie es bereits schöne Tradition geworden ist, galt auch dieser gemeinsame letzte Schultag dem Engagement der Gymnasiasten für ihr gemeinsames Schulprojekt: Auch hier soll ein Licht in die nicht privilegierten, nicht perfekten Regionen unsere Welt gebracht werden. Und dabei gibt es dieses Jahr eine Neuerung: Die Schulfamilie hat nach organisatorischen Problemen beschlossen, sich nunmehr dem Projekt „Hands of Care and Hope“ zu widmen, einem Hilfsprojekt, das im lebensfeindlichen Umfeld der Slums von Nairobi etwa 1000 Kindern täglichen Schulunterricht und zwei warme Mahlzeiten bietet. Vermittelt wurde das Projekt durch „KiRiKi“, die regionale Hilfsgruppe Ehrenamtlicher im Bereich Kirchberg, Rinchnach und Kirchdorf.
Die Einnahmen aus dem jährlichen Weihnachtsbasar in Aula und Innenhof der Schule, der fröhlichen Abschlussveranstaltung des Kalenderjahres, gehen heuer nunmehr nach Kenia. Zudem hatte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus der Q13 eine Spendenaktion für das Hospiz in Niederalteich gestartet, die ebenfalls unterstützt wird.
Ein Fest in Gemeinschaft
Aula und Innenhof der Schule verwandelten sich dank der Organisation durch die SMV mit ihrer Leiterin StRin Bettina Graf in einen duft- und lichterfüllten Weihnachtsmarkt mit der leckeren Mischung aus dem anregenden Geruch gebrannter Mandeln (mit Tüten mit einem Überraschungseffekt!), Waffel- und Würstelduft sowie Musikklängen. Jede Klasse ließ sich dazu etwas Besonderes und Kreatives einfallen, so dass viele Stände eine leuchtende und helle Atmosphäre verbreiteten. Dabei überraschten die Schülerinnen und Schüler wie jedes Jahr mit zahlreichen einfallsreichen Aktionen: Von einem Stand mit wundervollen, selbst hergestellten Last-Minute-Geschenkideen wie Minikrippen, Lichterhäuschen oder Wärmebalsam bis hin zu einem innovativen „Woidstand“ mit Duftsäckchen aus der Natur und schönen Tannenzapfendekos. Die 5. Klasse bot im Sinne der Nachhaltigkeit leuchtende Kerzen hergestellt aus Wachsresten, dazwischen faszinierten kreative Filzarbeiten oder Perlensterne und Losstände brachten Spannung. Auch der Honig aus der schuleigenen Imkerei versüßte den Besuchern die Vorweihnachtszeit. Ganz mutige konnten Mysteryboxen erwerben, deren Inhalt eine besondere Weihnachts-Überraschung darstellte.
Punsch, und fairen Kaffee gab es in selbst mitgebrachte Tassen oder man konnte die wunderschön gestaltete Schultasse mit neuem Wolfslogo des Jahres 2025 erwerben.
„Knack die Nuss“ stellte schließlich eine koordinative Herausforderung dar und eine Fotowand sorgte für das Festhalten schöner Eindrücke vom bunten Weihnachtsmarkt.
Ein gemeinsames Ziel
Nach den schulischen Anstrengungen vor Weihnachten war dieser Tag eine gelungene Einstimmung für alle Schülerinnen und Schüler, Lehrer, Eltern und Besucher auf ein ruhiges und hoffentlich friedvolles Weihnachtsfest.
Und so konnte schließlich nach all den gemeinschaftlichen Aktionen am Ende dieses Tages die respektable Spendensumme von 5857,58 Euro erzielt werden, die dieses Jahr den Kindern in den Slums von Nairobi ein kleines Licht senden soll!
(Martina Kuchler)